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im Bois de Bologne – die inzwischen auch Mohamed al-Fayed gehört – nicht gefällt, fahren sie zum "Ritz" und von dort um 19 Uhr zu Dodis Wohnung in der Rue Arsène Houssaye. Eigentlich wollten sie im Restaurant "Chez Benoît" beim Centre Pompidou zu Abend essen, doch unterwegs überlegen sie es sich anders und lassen sich zum "Ritz" zurückbringen, wo sie kurz vor 22 Uhr eintreffen. Statt im voll besetzten Restaurant "L'Espadon", wo hastig ein Tisch für sie gedeckt wird, lassen sie sich das Essen in der Imperial Suite servieren. Um Mitternacht wollen sie wieder zu Dodis Wohnung, obwohl das Hotel von Paparazzi belagert wird.

31. August 1997: Die Paparazzi lassen sich nicht davon täuschen, dass Dodis Chauffeur von der Place Vendôme aufbricht, um sie abzulenken, während Dodi und Diana den Hinterausgang benutzen. Henri Paul, der Sicherheitschef des Hotels "Ritz" trank zwar an diesem Abend bereits mehrere Gläser Pastis und nahm außerdem das Antidepressivum Prozac und das Neuroleptikum Tiaprid ein, setzt sich aber dennoch ans Steuer einer Mercedes-Limousine und fährt um 0.20 Uhr mit den prominenten Gästen im Fond und deren Leibwächter Trevor Rees-Jones auf dem Beifahrersitz los. Um einen Paparazzi-Pulk in fünf Autos, auf drei Motorrädern und zwei Motorrollern abzuhängen, gibt er richtig Gas. Nach zehn Minuten verliert Henri Paul im Straßentunnel unter der Place d'Alma die Kontrolle über den Wagen, streift einen langsamer fahrenden Fiat Uno, der einem vietnamesischen Nachtwächter gehört, und prallt mit mehr als 100 Stundenkilometern gegen einen Betonpfeiler, wodurch die schwere Limousine mit den nicht angeschnallten Insassen herumgerissen und auf die andere Straßenseite geschleudert wird.

Der fünfundzwanzigjährige Paparazzo Romuald Rat ist als Erster bei dem rauchenden Wrack, in dem die Hupe unaufhörlich schallt, weil die Leiche des Fahrers aufs Lenkrad drückt. Rat reißt eine der hinteren Türen auf und erblickt den toten Dodi Fayed. Trevor Rees-Jones klemmt mit eingedrücktem Gesicht auf dem Beifahrersitz fest. Diana steckt mit dem Kopf zwischen den Vordersitzen, das Gesicht nach oben. Eine Minute später kommt der Arzt Dr. Frédéric Mailliez zufällig zur Unfallstelle und bemerkt schon von Weitem das Blitzlichtgewitter der Paparazzi. Ohne die Prinzessin zu erkennen, stülpt er ihr eine Sauerstoffmaske über, weil sie Probleme mit dem Atmen hat. Wenig später treffen Feuerwehrmänner ein, die auch medizinisch ausgebildet sind, sich um die Verletzten kümmern und das Autodach aufschneiden, während die stellvertretende Staatsanwältin Maud Coujard sieben Paparazzi vorläufig festnimmt.

Nachdem es gegen 1 Uhr gelang, Dianas Blutdruck und Atmung zu stabilisieren, ziehen die Feuerwehrmänner sie vorsichtig aus dem Wrack und legen sie auf eine Trage. Bevor sie in den Krankenwagen geschoben wird, setzt ihr Herz aus, aber sie kann reanimiert werden. Um 2.10 Uhr, kurz nach der Einlieferung in die Klinik Pitié Salpêtrière, erleidet Diana einen weiteren Herzstillstand. Als die Ärzte ihren Brustkorb öffnen, entdecken sie in der linken oberen Lungenvene einen Riss, der innere Blutungen verursachte. Der Kampf um das Leben der Prinzessin bleibt vergeblich: Um 4 Uhr wird sie für tot erklärt.

Währenddessen erklärt sich "The Sun" bereit, 300.000 Pfund für ein Foto zu bezahlen, das Romuald Rat aus etwa sechs Meter Entfernung von Diana schoss, während er auf das Autowrack zurannte. Am Ende verzichtet "The Sun" auf den Abdruck der teuren Aufnahme. Keine Zeitung, keine Illustrierte und kein Fernsehsender wagt es, eines der zahlreichen Fotos der in den Trümmern der Limousine sterbenden Prinzessin zu veröffentlichen.

Die Medien kommen ohnehin unter Druck, denn die über die Nachricht schockierte Weltöffentlichkeit nimmt zunächst an, Diana sei von der Paparazzi-Meute in den Tod gehetzt worden. (Die Paparazzi, die sich vor Gericht verantworten müssen, werden nach jahrelangen Prozessen freigesprochen.)

Mohamed al-Fayed setzt das Gerücht in die Welt, Diana sei schwanger gewesen und äußert die Vermutung, man habe seinen Sohn und Prinzessin Diana auf Anordnung des Hofes ermordet, weil die Royals und das Establishment die Eheschließung der Mutter des zukünftigen Königs mit einem Moslem verhindern wollten. Auf diesem Nährboden blühen Verschwörungstheorien. Die Obduktion widerlegt jedoch die Behauptung über die Schwangerschaft, und sowohl die offizielle französische als auch eine vom früheren Londoner Polizeipräsidenten Stevens geleitete Untersuchungskommission kommen nach jahrelangen Ermittlungen zu dem Schluss, dass der tödliche Unfall nicht durch irgendeine Art von Attentat herbeigeführt worden sei. (Dennoch erreicht Mohammed al-Fayed im Februar 2007, dass der High Court in London eine nochmalige öffentliche Untersuchung des tödlichen Unfalls unter Einbeziehung von Geschworenen anordnet.)

Königin Elisabeth II., die auf Schloss Balmoral in Schottland vom Tod ihrer früheren Schwiegertochter erfährt, hält es zunächst nicht für angebracht, sich darüber in der Öffentlichkeit zu äußern. Offenbar versteht sie nicht, welche Bedeutung Worten und Gesten im Medienzeitalter zukommt. Der im Mai gewählte, vierundvierzigjährige Premierminister Tony Blair dagegen tritt vor die Fernsehkameras und hält eine bewegende Ansprache.

Während die Blumenmeere vor den Schlössern wachsen, nimmt die Empörung über die vermeintliche Teilnahmslosigkeit der "Firma" zu. Obwohl auf dem Buckingham Palace noch nie etwas anderes als die königliche Standarte wehte, und auch das nur, um die Anwesenheit des Monarchen bzw. der Monarchin anzuzeigen, halten die Menschen den leeren Fahnenmast nun plötzlich für ein Zeichen dafür, dass die Royals nicht um Prinzessin Diana trauern, und einige Medien verstärken diese Meinung. Der Königin bleibt schließlich nichts anderes übrig, als den Aufenthalt in Schottland vorzeitig zu beenden, mit ihrer Familie nach London zurückzukehren, den Union Jack am Buckingham Palace auf halbmast zu hissen und ihre Trauer in einer kurzen Fernsehansprache zu bekunden.

6. September 1997: Im Beisein der Königin und ihrer Angehörigen findet in der Westminster Abbey eine große Trauerfeier für Prinzessin Diana statt. Elton John singt dort eine mit neuem Text versehene Version seines Liedes "Candle in the Wind" – "Leb wohl, Rose Englands" –, und Dianas Bruder Charles Spencer hält vor den zweitausend geladenen Trauergästen eine bewegende Rede. Bestattet wird Prinzessin Diana auf einer kleinen Insel in einem See auf dem Familiensitz der Spencers in Althorp.

19. Juni 1999: Prinz Edward heiratet die ein Jahr jüngere Sophie Rees Jones.

Frühjahr 2001: Sophie Mountbatten-Windsor, die Herzogin von Wessex, lässt sich von einem Reporter der Zeitung "News of the World" täuschen, der sich als arabischer Scheich ausgibt. Er veröffentlicht indiskrete Kommentare, die er Sophie über Mitglieder der königlichen Familie entlockte.

9. Februar 2002: Prinzessin Margaret stirbt.

30. März 2002: Die Königinmutter Elisabeth stirbt.

Charles erbt von seiner Großmutter Clarence House in London und Birkhall in Schottland.

2002: Der St. James' Palast bestätigt, dass Prinz Harry mit Cannabis experimentierte.

25. Oktober 2002: Königin Elisabeth II., Prinz Philip und Prinz Charles fahren im Auto zur St. Paul's Cathedral, wo sie an einem Gedenkgottesdienst für die Opfer von Bali teilnehmen wollen. Während der kurzen Fahrt lässt Elisabeth ihren Sohn wissen, dass sie sich an ein Gespräch mit Paul Burrell erinnert. Dianas Butler vertraute ihr kurz nach dem Tod der Prinzessin an, dass er einige Gegenstände aus ihrem Besitz in sein eigenes Haus gebracht habe, um sie sicher zu verwahren. Burrell wurde verhaftet und angeklagt, 310 persönliche Gegenstände aus dem Kensington Palast gestohlen zu haben. Als Charles weitergibt, was ihm seine Mutter sagte, bricht die Anklage zusammen.

März 2003: Der Peat-Report wird veröffentlicht. In dem Prozess gegen Paul Burrell kam auch zur Sprache, dass in Charles' Stab eine homosexuelle Vergewaltigung vertuscht worden sei. Diese Anschuldigung wurde von Michael Peat, dem Privatsekretär des Prinzen von Wales, untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass Prinzessin Diana eine Tonbandaufnahme aufbewahrt hatte, auf der ein Gardist namens George Smith behauptet hatte, er sei 1989 vergewaltigt und 1995 homosexuell belästigt worden.

20. Oktober 2003: Dianas früherer Butler Paul Burrell veröffentlicht in einem Buch einen Brief der Prinzessin aus dem Jahr 1993, in dem sie Charles beschuldigte, einen Mordanschlag vorzubereiten, der wie ein tödlicher Verkehrsunfall aussehen sollte.

Januar 2004: Die Metropolitan Police ("Operation Paget") beginnt mit eigenen Untersuchungen über die Umstände von Dianas Tod.

6. Juli 2004: Im Hyde Park in London weiht Königin Elisabeth II. einen von der amerikanischen Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson entworfenen Gedächtnisbrunnen für Prinzessin Diana ein.

Januar 2005: Prinz Harry trägt bei einem Kostümfest die Uniform des Afrika-Korps mit einer Hakenkreuzbinde am Arm.

10. Februar 2005: Die Verlobung von Prinz Charles und Camilla Parker Bowles wird bekanntgegeben.

31. März 2005: Im Schweizer Skiort Klosters hören Reporter, wie Charles sie gegenüber seinen Söhnen als "verdammtes Pack" bezeichnet.

8. April 2005: Prinz Charles repräsentiert die britische Krone bei der Beerdigung des am 2. April verstorbenen Papstes Johannes Paul II. in Rom. Seine für diesen Tag geplante Hochzeit musste verschoben werden.

9. April 2005: Prinz Charles und Camilla Parker Bowles lassen sich in der Guildhall von Windsor von der Standesbeamtin Claire Williams trauen. Danach segnet Rowan Williams, der Erzbischof von Canterbury, die Eheschließung in der St.-George-Kapelle. Camilla trägt nun den Titel Her Royal Highness, Duchess of Cornwall.

14. Dezember 2006: Der 832 Seiten lange Untersuchungsbericht der Metropolitan Police ("Operation Paget") über die Umstände von Dianas Tod wird veröffentlicht. Ergebnis: Es gibt keine Beweise dafür, dass es sich nicht um einen Verkehrsunfall, sondern um Mord handelte.

7. April 2008: Eine weitere britische Untersuchungskommission kommt zu dem Ergebnis, dass es keine Beweise für einen Mordanschlag gegen Prinzessin Diana gibt.

Literatur über Prinzessin Diana:

Spielfilme über Prinzessin Diana:


© Dieter Wunderlich 2007

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Tina Brown: Diana. Die Biografie
Andrew Morton: Diana 1961 – 1997. Ihre wahre Geschichte in ihren eigenen Worten

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